Gebrauchtwagen kaufen: Worauf beim Autokauf achten?

Wer einen Gebrauchtwagen kaufen möchte, sollte vor dem Autokauf einige Punkte beachten. Kauft man ein Fahrzeug im Autohaus oder von einer Privatperson? Wann kann der Kaufpreis reduziert werden und auf welche Mängel sind besonders zu achten? Wir verraten, worauf man achten muss, wenn man ein Auto gebraucht kaufen möchte und was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt.

Beim Kauf eines Gebrauchtwagens ist die Auswahl groß. Neben bekannten Online-Portalen wie mobile.de oder Autoscout24.de gibt es in jeder Region meist mehrere Autohäuser(LINK), bei denen man Gebrauchtwagen kaufen kann. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, Gebrauchtwagen auch von Privatpersonen zu kaufen. Wir haben eine Checkliste zusammengestellt und verraten, worauf man beim Gebrauchtwagenkauf bzw. worauf man beim Autokauf achten sollte, denn kaum etwas ist ärgerlicher, als wenn sich ein vermeintliches Schnäppchen schon nach kurzer Zeit als finanzieller Totalschaden herausstellt.

Worauf beim Gebrauchtwagenkauf achten?

  • Gebrauchtwagen kaufen: Autohaus oder Privatkauf?
  • Sachverständigen zum Gebrauchtwagenkauf mitnehmen
  • Probefahrt beim Gebrauchtwagen-Kauf
  • Reifen beim Gebrauchtwagenkauf kontrollieren

Gebrauchtwagen kaufen: Autohaus oder Privatkauf?

Ist die Entscheidung gefallen, einen Gebrauchtwagen zu kaufen, sollte man sich überlegen, ob man dies in einem professionellen Autohaus tun möchte, oder ob auch ein Autokauf von einer Privatperson in Frage kommt. Beim direkten Preisvergleich ist der Autohändler meist etwas teurer als der Privatverkäufer, dafür bietet der Autohändler einige Vorteile, die besonders für unerfahrene Autokäufer wichtig sind.

Beim Gebrauchtwagenkauf über einen Händler, erhält der Kunde gewöhnlich eine Gewährleistung von einem Jahr, sodass Mängel, die innerhalb dieses Jahres auftreten, meist problemlos und ohne weitere Kosten vom Händler behoben werden. Deshalb lohnt es sich beim Autokauf zu schauen, welcher Händler über eine eigene Werkstatt verfügt. Autohäuser bieten ihren Kunden manchmal auch die Möglichkeit, für das Fahrzeug den TÜV durchzuführen, bevor es an den Kunden ausgeliefert wird. Dadurch spart man sich als Kunde die nächste Durchsicht, was wiederum den etwas höheren Kaufpreis relativiert. 

Ein weiterer Vorteil beim Kauf eines Gebrauchtwagens vom Autohändler ist der Service. Gewöhnlich werden Fahrzeuge vor dem Verkauf vom Händler professionell gereinigt, dazu gehört neben dem Entfernen von Flecken im Polster oder der Armatur oder das Entfernen von Gerüchen, falls es sich etwa um ein Raucher-Auto handelt. Einige Händler übernehmen auch die Anmeldung bei der nächsten Meldestelle, sodass der Kunde sorglos direkt mit dem Fahrzeug nachhause fahren kann.

Möchte man den Gebrauchtwagen hingegen von einer Privatperson kaufen, gibt es keinen Anspruch auf Gewährleistung. Wenn bereits einen Tag nach dem Kauf etwas kaputt geht oder ein Mangel auftritt, kann der Verkäufer dafür gewöhnlich nicht haftbar gemacht werden - es sei denn, der Käufer wurde beim Kauf arglistig getäuscht und der Verkäufer hatte den Mangel wissentlich verschwiegen. Dann geht es aber meist über den Rechtsweg, den sich jeder Autokäufer sicher gern ersparen möchte. Wer einen Gebrauchtwagen kaufen möchte, sollte des deshalb bei einem Händler tun, der seriös erscheint und idealerweise über eine eigene Werkstatt verfügt. Besser ist es auch, einen Autohändler in der Nähe zu wählen, damit im Falle eines Schadens nur kurze Fahrwege entstehen. Gebrauchtwagen von privat kaufen, sollte man nur, wenn man die Person oder vielleicht sogar das Fahrzeug gut kennt und sicher sein kann, dass es nach dem Kauf keine bösen Überraschungen lauern.

Sachverständigen zum Gebrauchtwagenkauf mitnehmen

Wer selbst keine Ahnung von Autos hat, sollte zum Gebrauchtwagenkauf einen kompetenten Berater zu Rate ziehen. Er weiß, worauf zu achten ist, wenn man einen Gebrauchtwagen kaufen möchte. Ein weiterer Vorteil: Fällt dem Sachverständigen ein Mangel auf, der Seitens des Verkäufers nicht behoben werden kann, kann der Kaufpreis reduziert werden, wodurch die Kosten für den Sachverständigen beim Gebrauchtwagenkauf meist refinanziert sind. Wer keinen KFZ-Spezialisten in seinem Umfeld hat, findet im Internet zahlreiche KFZ-Gutachter, die für einen Stundensatz zwischen 50 und 100 Euro gebucht werden können. 

Und selbst, wenn der Gutachter keinen Mangel findet, war die Investition nicht umsonst. Denn dann weiß man als Käufer eines Gebrauchtwagens zumindest, dass man ein anständiges Fahrzeug erworben hat und kann sorglos den Kauf durchführen. Meist ist es für einen KFZ-Profi aber keine Schwierigkeit, den ein oder anderen Mangel am Fahrzeug zu finden und den Kaufpreis zu senken. Auch dank der speziellen Werkzeuge, die man als Privatperson meist nicht besitzt. So prüft ein KFZ-Sachverständiger die Lackdicke an verschiedenen Stellen, wodurch er herausfindet, ob das Fahrzeug nachlackiert wurde, was auf einen Unfall hinweist. Oder er kontrolliert die Bremsanlage und den Motorraum sowie die Spaltmaße und schaut nach Rost. In jedem Fall weiß er, worauf zu achten ist und welche Bereiche besonders zu untersuchen sind.

Probefahrt beim Gebrauchtwagen-Kauf

Einen Gebrauchtwagen kaufen sollte man erst, nachdem man eine ausgiebige Probefahrt durchgeführt hat. Auch hier bietet es sich an, einen Sachverständigen mitzunehmen, der auf besondere Geräusche beim Motor, dem Getriebe oder den Bremsen achten kann. Eine Probefahrt sollte mindestens 30 Minuten dauern und verschiedene Situationen des Alltags umfassen. Dazu gehört das häufige Anfahren und Bremsen in der Stadt sowas die starke Beschleunigen auf Landstraßen und Autobahnen. Auch die Wischanlage, die Beleuchtung sowie die Schließvorrichtungen der Türen sollten bei einer Probefahrt überprüft werden. Außerdem ist es ratsam, die Windschutzscheibe auf Steinschlag zu kontrollieren. Dies passiert idealerweise vor der Probefahrt, damit der Verkäufer im Anschluss der Probefahrt nicht den schwarzen Peter dem Käufer zuschiebt und ihm vorwirft, er habe den Schaden verursacht.

Reifen beim Gebrauchtwagenkauf kontrollieren

Beim Kauf eines Gebrauchtwagens sind zudem die Reifen zu prüfen. Alle Reifen verfügen über eine DOT-Nummer. Diese Nummer gibt an, wann der Reifen produziert wurde. So lässt sich schnell feststellen, ob es sich etwa um die Originalbereifung des Fahrzeugs handelt. Ist dem nicht so, kann es sein, dass das Fahrzeug bereits einen Unfall hatte und neu bereift wurde. Die DOT-Nummer ist vierstellig und stellt die Woche der Produktion sowie das Jahr dar. Die DOT-Nummer "1309" gibt an, dass der Reifen in der 13. Kalenderwoche des Jahres 2009 hergestellt wurde. Ebenfalls zu kontrollieren ist die Qualität des Reifens. Stark abgenutzte Reifen mit einer Profiltiefe von weniger als vier Millimetern sollten vor dem Kauf ausgetauscht werden, anderenfalls ist der Kaufpreis zu reduzieren, damit der Käufer nach dem Gebrauchtwagenkauf selbständig neue Reifen bestellt. 

Ebenfalls zu überprüfen ist die Art der Bereifung: Handelt es sich um Sommerreifen oder sind bereits Allwetterreifen (Matsch-Schnee-Reifen /M+S-Reifen) aufgezogen? Diese können mitunter im Winter ausreichen, wenn nur in der Stadt gefahren wird, wo die Straßen meist schneefrei sind. Wenn nur Sommerreifen montiert sind, sollte man nach einem Satz Winterreifen fragen, der meist für einen geringen Aufpreis angeboten wird.