Baunebenkosten richtig kalkulieren

Die Baunebenkosten sind notwendig und ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtkosten für den Hausbau. Zu den Baunebenkosten gehören beispielsweise Kosten für die Erschließung des Grundstücks sowie für das Bodengutachten und die Versicherungen beim Hausbau. Darüber hinaus fallen zahlreiche weitere Kosten während der Bauphase an. Hier ein Überblick.

Baunebenkosten im Überblick

Innenausbau bei den Baunebenkosten berücksichtigen

 Die Kosten für den Innenausbau machen einen großen Teil der Baunebenkosten aus. Dazu gehören Ausgaben für Tapezier- und Malerarbeiten, Bodenverlegearbeiten oder etwa eine neue Küche. Wer handwerklich geschickt ist, kann diese Arbeiten selbst übernehmen und muss nur die Materialkosten tragen, anderenfalls sollte man Lohnkosten im vierstelligen Bereich für Fachpersonal einplanen. Auch eine neue Küche kann leicht mit 10.000 Euro und mehr zu Buche schlagen. Wer hingegen bei Angeboten zuschlägt, die Preise genau vergleicht und keine allzu hohen Ansprüche hat, kann auch mit 5.000 Euro kalkulieren. Letztlich muss man selbst wissen, ob etwa die Elektronikgeräte von einem Markenhersteller sein müssen oder ob auch Geräte der Hausmarke reichen.

Baunebenkosten: Ohne Baugenehmigung geht nichts

Die Baugenehmigung ist eine notwendige Voraussetzung, bevor es mit den Bauarbeiten losgehen kann. Die Kosten für die Baugenehmigung ist ein vergleichsweise geringer Posten und schlagen mit etwa 5 Promille der Hausbaukosten zu buche. Bei einem Hauspreis von 150.000 Euro belaufen sich die Kosten für die Baugenehmigung auf 600 bis 700 Euro. Darüber hinaus sollten Bauherren daran denken, den Bauantrag schnellstmöglich nach Fertigstellung der Hausplanung zu stellen, da die Bearbeitung zwischen drei und sechs Monaten dauern kann und ein zu spät eingereichter Bauantrag die gesamte zeitliche Planung durcheinander bringen kann. Schauen Sie deshalb nicht nur auf die Baunebenkosten sondern auch auf Ihren Terminkalender und haken Sie gelegentlich nach, falls die Bearbeitung nicht voran geht.

Baunebenkosten: Bodengutachten einkalkulieren

Das Bodengutachten ist ein nicht unerheblicher Teil der Baunebenkosten. Rund 1500 Euro sollten Bauherren für diese Position einkalkulieren, Das Bodengutachten ist notwendig, um die Beschaffenheit des Untergrunds zu bestimmen und eventuelle Verunreinigungen zu entdecken. Kaum etwas beim Hausbau ist ärgerlicher, als das Haus von der Baufirma übergeben zu bekommen und dann festzustellen, dass der Untergrund des Grundstücks nicht die notwendige Tragfähigkeit besitzt. Die Gefahr, dass das Haus abrutscht oder Erdteile unter der Bodenplatte absinken, ist sehr groß. Darüber hinaus wird mittels Bodengutachten festgestellt, ob sich giftige Substanzen im Grundwasser ob im Boden des Grundstücks befinden. Dies ist besonders interessant, wenn das Gelände einst industriell genutzt wurde. Deshalb sollten Bauherren kein Risiko eingehen und unbedingt ein Bodengutachten durchführen lassen, auch wenn die Baunebenkosten dadurch weiter steigen.

Erschließungskosten: Großer Kostenpunkt bei Baunebenkosten

Sollte ein Grundstück gar nicht oder nur teilerschlossen sein, hat dies große Auswirkungen auf die Baunebenkosten und die Grundstückkosten. Besonders in ländlichen Regionen kommt es häufiger vor, dass Grundstücke weder an das Wasser- oder Abwassernetz angeschlossen sind, noch an das Gas- oder Stromnetz. Ist ein Grundstück unerschlossen, kommen für die Erschließung schnell Kosten in Höhe von 10.000 bis 20.000 Euro zusammen, abhängig von der Entfernung zur Straße oder dem Punkt, bis zu dem die Leitungen gelegt werden müssen. Außerdem können sich die Baunebenkosten verringern, wenn Bauherren sich für alternative Heiztechnologien entscheiden und keinen Gasanschluss benötigen. Luft- oder Erdwärmepumpen werden bspw. mit Strom betrieben, ein Gasanschluss ist deshalb nicht notwendig. Die Baunebenkosten können auch reduziert werden, wenn auf einen direkten Anschluss an öffentliche Systeme verzichtet wird und sich Bauherren etwa eine Abwasseranlage installieren, die regelmäßig gereinigt wird oder auf dem Grundstück Öl- oder Gastanks aufstellen, die einen großen Vorrat an Brennstoff fassen können. Die Baunebenkosten für die Erschließung erfahren Sie bei den jeweiligen Netzbetreibern und Versorgern. Lesen Sie hier weitere Informationen über die Erschließungskosten und Hausanschlusskosten.

Versicherungen erhöhen Baunebenkosten

Während der Bauphase müssen Bauherren diverse Versicherungen abschließen. Sie haben einen vergleichsweise geringen Anteil an den Baunebenkosten, sind jedoch notwendig und können den Bauherren vor dem finanziellen Ruin schützen. Die Gesamtkosten für alle Versicherungen während der Bauphase belaufen sich auf etwa 500 Euro. Da dieser Punkt sehr ausführlich ist, finden Sie weitere Informationen auf der Übersichtsseite für Hausbau-Versicherungen.

Unvorhersehbare Kosten bei Baunebenkosten

Neben den kalkulierbaren Kosten umfassen die Baunebenkosten auch ein zusätzliches Budget für Unvorhersehbares. Darin enthalten sind vor allem Kosten für Umplanungen am Haus oder bei den Außenlagen. Beispielsweise könnte sich der Bauherr während der Bauphase überlegen, dass der Spitzboden beplankt oder statt Laminat doch hochwertiges Parkett in den Wohnräumen verlegt werden soll. Für unvorhersehbare Kosten sollte man im Rahmen der Kalkulation der Baunebenkosten mindestens 2000 Euro zusätzlich zu den Hausbau-Kosten eingeplant werden.

Baunebenkosten: Richtfest und Umzug

Zwei weitere wichtige Positionen bei den Baunebenkosten sind Aussagen für das Richtfest und den Umzug. Das Richtfest wird traditionell gefeiert, wenn die Zimmermann den Dachstuhl aufgestellt haben. Die Kosten schwanken stark, abhängig vom Umfang des Richtfestes. Wer nur ein paar Würste auf den Grill legen und einige Kisten mit Getränken bereitstellen möchte, sollte bei den Baunebenkosten dennoch nicht weniger als 500 Euro kalkulieren. So ist Nachschub garantiert, falls die Getränke unerwartet zur Neige gehen und man teuer an der nächsten Tankstelle nachkaufen muss.

Die Kosten für den Umzug rechnet man ebenfalls bei den Baunebenkosten dazu, sind allerdings ebenso schwer zu kalkulieren wie das Richtfest. Wer es ruhig angehen möchte, beauftragt ein Umzugsunternehmen. Dafür sollte man jedoch mindestens 2000 Euro einkalkulieren. Wer sich selbst einen Umzugswagen mietet, sollte mit Kosten um 200 Euro rechnen -abhängig von der Mietdauer und den gefahrenen Kilometern, falls das neue Eigenheim etwas weiter vom alten Wohnsitz entfernt ist.